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Dr. H. Wiesendanger
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D-69436 Schönbrunn

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GEISTIGES HEILEN

Linie Ausw Geistiges Heilen Geistheiler Heiler

Interview
mit Dr. Harald Wiesendanger (HW),
Gründer und Leiter der IVH


Es handelt sich hier um Auszüge aus einem längeren Interview,
das in der Broschüre der Stiftung AUSWEGE erschienen ist.
Passagen, welche in erster Linie die Stiftung betreffen, finden Sie hier.

 

Wann ist ein Heiler "gut"?
HW: Wenn seine Taten einigermaßen halten, was sein Name verspricht. Das herauszufinden, ist eine überaus komplexe Aufgabe. Denn "Geistiges Heilen" bezeichnet eine Familie von Zwei-Komponenten-Therapien. Auf der psychologischen Ebene setzen ihre Anwender - zumeist unsystematisch, spontan und intuitiv - eine Vielzahl von Techniken ein, die Psychotherapeuten verschiedener Schulen wohlvertraut sind: darunter Tiefenentspannung, Visualisierung, Suggestion und Autosuggestion, Gesprächs-, Logotherapie. Auf der physikalischen Ebene gelingt es ihnen irgendwie, anscheinend durch bloße Intention, ein ungeklärtes Etwas - sie nennen es "Energie" - ins Spiel zu bringen, das Genesungsprozesse anregen und beschleunigen kann.


Heiler bewerten - aber wie?

Also müsste die Effizienz von Heilern auf jeder dieser beiden Ebenen beurteilt werden?
HW: Genau. Aber davon sind wir noch weit entfernt. Wie schwer die Wirksamkeit verschiedenartiger psychologischer Interventionen abzuschätzen ist, zeigt sich an den notorischen Engpässen vergleichender Psychotherapieforschung. Noch weiter entfernt sind wir bislang davon, die Physik des Geistheilens zu erfassen. Dazu müssten wir nicht nur wissen, was es ist, das Heilintentionen folgen kann; wir benötigen Messinstrumente, die zuverlässig anzeigen, wann es in den therapeutischen Prozess einfließt. Darüber hinaus müssten wir feststellen können, ob und inwieweit ein bestimmter Heiler diesen Prozess tatsächlich unter Kontrolle hat - hier und jetzt, in dieser Sitzung, bei  diesem bestimmten Patienten; ob ihm dies nicht nur ab und zu gelingt, sondern einigermaßen zuverlässig; ob er den physikalischen Prozess nicht bloß irgendwie beeinflusst, sondern in therapeutisch hilfreicher Weise. Zu alledem fehlen uns gegenwärtig das nötige Wissen und geeignete Messtechnik.

Wenn das so ist: Versucht Ihre "Vermittlungsstelle für herausragende Heiler" dann nicht Unmögliches?
HW: Die genannten Einschränkungen sollten uns nicht von Bemühungen abhalten, heilerisches Können vergleichend zu beurteilen. Denn Hilfesuchende suchen und brauchen Anhaltspunkte. Dazu dient das IVH-Bewertungssystem.

Werden die Bewertungen der einzelnen Heiler veröffentlicht?
HW: Nein. Sonst besteht die Gefahr, dass ein regelrechter Wettbewerb um Punktzahlen entsteht - "Mein IVH-Wert ist doppelt so hoch wie deiner" -, mit IVH-Scores wie mit IQs geworben wird und irgendwann im Medienboulevard "Heiler-Hitparaden" kursieren. Veröffentlicht werden lediglich allgemeine Zahlen: z.B. über den durchschnittlichen Score der IVH-Heiler, verglichen z.B. mit der Qualität der Heiler in verbreiteten Listen und Datenbanken.

Plädoyer für den “HQ”

Ist es nicht absurd, heilerische Begabung in Zahlen auszudrücken?
HW: Ebenso könnten Sie sich über IQ´s bei der Messung von Intelligenz wundern. Beidem zugrunde liegt eine Wahrheit, die so simpel ist, dass man sich darüber wundern muss, weshalb sie in Diskussionen über Geistiges Heilen immer wieder aufs neue betont werden muss: Bei keiner menschlichen Fähigkeit gibt es ein absolutes “Besitzen” oder “Nichthaben” - weder bei Klugheit, Geschicklichkeit, Kreativität oder Musikalität, noch beim Heilenkönnen. Nichts dergleichen entspricht einem “Entweder-Oder”-Schema, stets geht es um ein “Mehr-oder-Weniger”. Bis zu den Prüfungskommissaren von Heilerschulen und -vereinen scheint sich das aber noch nicht herumgesprochen zu haben; Zertifizierungen aller Art beruhen auf dem Prinzip: “Der kann´s - jener nicht.” Und eben dies widerspricht jeder Erfahrung: All die Abertausende von sogenannten “Heilern”, die sich in der Esoterikszene tummeln, können´s bestimmt zumindest ein bisschen. Für den Hilfesuchenden entscheidend ist aber die Frage: Wie gut können sie es? Das heißt, wie ausgeprägt ist ihre Heilfähigkeit? Darauf gibt die IVH erstmals eine differenzierte Auskunft, die der Komplexität des Phänomens gerecht wird, dem sie gilt. Der IVH-Score ist der Prototyp eines “HQ”, eines “Heiler-Quotienten”, wenn Sie so wollen.

Aber sagten Sie vorher nicht selber, das Heilenkönnen sei im Grunde nicht messbar?
HW: Vorerst nicht messen lässt sich, was physikalisch vor sich geht, wenn sich das abspielt, worin Geistiges Heilen über eine reine Suggestiv- und Imaginationstherapie hinausgeht. Durchaus erkunden und quantifizieren lässt sich hingegen eine Reihe von Merkmalen, die das Heilenkönnen erfahrungsgemäß recht zuverlässig begleiten: zum Beispiel das Lindern insbesondere von chronischem Leid, eine besonders hohe Patientenzufriedenheit gerade in solchen Fällen, das Zustandebringen von Signifikanzen in wissenschaftlichen Studien usw. Auf solche Merkmale konzentriert sich das IVH-Bewertungsverfahren, bildet jedes für sich ab und fügt die Einzelbeobachtungen zu einem komplexen Gesamtbild zusammen. Im Laufe der Zeit könnten durchaus weitere Merkmale hinzukommen, schon berücksichtigte anders gemessen und im Verhältnis zu den übrigen anders gewichtet werden. Immerhin ist aber ein Anfang gemacht, der die Einschätzung heilerischer Fähigkeiten von dummen Dichotomien befreit. Natürlich wird das Bewerten von Heilern dadurch mühsamer. Aber die Mühsal lohnt sich, allein schon den Hilfesuchenden zuliebe. Es gibt keine glaubwürdige Alternative dazu.

Setzen Sie mit der Bezeichnung “IVH-empfohlen” letztlich nicht bloß ein weiteres Gütesiegel in die Welt, das aus denselben Gründen fragwürdig ist wie jene, die Sie als Etikettenschwindel anprangern?
HW: Es gibt zwei wesentliche Unterschiede, und beide ergeben sich aus dem soeben Erläuterten. Wer einem Heiler attestiert, eine “Prüfung” bestanden zu haben, ihn mit “Diplomen”, “Anerkennungen” oder sonstigen Zertifizierungen ausstattet, der bescheinigt ihm: Er kann´s; er behandelt die Fähigkeit des Geistheilens erstens als etwas, das vorhanden ist oder fehlt - sozusagen als “Charisma”, wie christliche Theologen sagen würden: als eine göttliche Gnadengabe, ein Geschenk des Himmels; und natürlich gibt es bei einem Geschenk immer bloß zwei Möglichkeiten: Entweder man hat es - oder nicht. Und zweitens tut er so, als wisse er, ob so ein Besitzverhältnis vorliegt. Beim Heilenkönnen geht es aber, wie gesagt, immer nur um ein Mehr-oder-Weniger. Das macht jedes absolute Urteil verdächtig und legt Quantifizierungen nahe. Beim IVH-Verfahren wird abgeschätzt, in welchem Maße jemand heilen kann; IVH-Scores stehen für Ausprägungsgrade einer Fähigkeit. Damit ist nicht der Anspruch verbunden, die Heilfähigkeit an sich abzubilden; dazu bedürfte es, wie erwähnt, medizinischer Langzeittests und biophysikalischer Messungen, die bis auf weiteres teils unpraktikabel, teils technisch unmöglich sind. Stattdessen erfasst das IVH-Verfahren gewisse Merkmale, die erfahrungsgemäß bei erfolgreichen Heilern im allgemeinen besonders ausgepägt vorliegen, gewichtet jedes einzelne von ihnen und summiert die Einzelwerte zu einer Gesamtpunktzahl. Dabei bedeutet ein hoher IVH-Score nicht: “Der kann besonders gut heilen”, sondern bescheidener: “Wir haben besonders gute Gründe, davon auszugehen, dass er´s recht gut kann - und vorerst kennen wir keine besseren.”


Anstöße zur Selbstheilung

Einige wenige Heiler werden einbezogen, der Rest ausgegrenzt. Treiben Sie damit nicht einen Keil in die Heilerszene, anstatt zusammenzuführen?
HW: Jedes Auswahlverfahren schließt zwangsläufig manche ein, andere aus. Ob daraus Konflikte entstehen, hängt davon ab, wie beide Seiten mit dem Auswahlergebnis umgehen. Nicht jede Elite muss sich elitär gebärden - sie kann Vorbildfunktionen wahrnehmen. Und nicht jeder, der durchfällt, muss fortan Neid und andere Aversionen pflegen. Das Erfreuliche daran, dass es Bessere gibt, ist die Chance, von ihnen zu lernen. Wie kamen sie zu ihren Fähigkeiten? Wie gehen sie damit um? Eine der wichtigsten Lektionen lautet: Zum Heiler wirst du keineswegs schon dadurch, dass du irgendwelche Kurse buchst, dich von selbsternannten Prüfern benoten und dir eine Urkunde ausstellen lässt.

Sollten Sie in Fragen der Qualitätssicherung nicht zuallererst das Gespräch mit Heilerschulen und Heilerverbänden suchen?
HW: “Wer einen Sumpf trockenlegen will, sollte nicht die Frösche fragen”, mahnt ein chinesisches Sprichwort.

Indem Sie gewisse Heiler als "herausragend" auszeichnen - kultivieren Sie damit nicht das Vorurteil vom Gesundmacher, dem Kranke getrost ihre Genesung überlassen können, und leisten einem irreführenden Heilungsmodell Vorschub?
HW: Das wäre ein Missverständnis. Wie Sie in all meinen Büchern übers Geistige Heilen nachlesen können, sehe ich in dem, was Heiler tun, Anstöße auf psychologischer und "energetischer" Ebene, die Selbstheilungsprozesse in Gang setzen, beschleunigen und verstärken können. Insofern ist es letztlich der Patient, der sich selber heilt - er ist der eigentliche Heiler. Das ändert aber nichts daran, dass in Gegenwart mancher Heiler Selbstheilungsprozesse deutlich häufiger, rascher, nachhaltiger und bei schwerwiegenderen Diagnosen in Gang kommen als bei anderen. Diese Unterschiede hängen zweifellos auch mit Fähigkeiten zusammen, über die Heiler in recht unterschiedlichem Maße verfügen.

Wie soll Ihr Bewertungssystem die spirituelle Dimension Geistigen Heilens einfangen können?
HW: So überdehnt und inflationär, wie der Begriff der Spiritualität in der Esoszene mittlerweile daherkommt, ist er zur Leerformel verkümmert, insofern macht er Allerweltslabels wie "bio" und "öko" inzwischen mächtig Konkurrenz. Und soweit er Gehalt hat, ist der Universalitätsanspruch, mit dem er das angebliche "Wesen" "wahren" Heilens erfassen soll, maßlos überzogen. "Denk nicht, sondern schau", riet schon der Philosoph Ludwig Wittgenstein seinen essentialistisch angehauchten Kollegen, und diesen Ratschlag sollten sich auch Esoteriker hinter die Ohren schreiben. Wer bei einer größeren Zahl von "geistigen" Behandlungen unvoreingenommen beobachtet, welcher Typ von Kranken bei welchem Typ von Heilern Fortschritte macht, der kommt ins Grübeln, was die Rolle des spirituellen Faktors betrifft. "Je spirituell höherentwickelt der Heiler, desto heilsamer sein Tun", "Je spiritueller der Behandelte, desto größer seine Heilungschancen": Beides stimmt so pauschal einfach nicht.


Wie “spirituell” ist Geistiges Heilen?

Eine Änderung von Einstellungen, Denkmustern, und Sichtweisen mag in manchen Fällen, bei manchen Diagnosen förderlich sein - sei es zum Gesundwerden, sei es zum Abfinden mit Unabänderlichem. Aber grundsätzlich? Es scheint mir schlicht eine absurde Zumutung, dass Onkel Otto erst die Lektion der Warze kapieren muss, ehe diese abfallen kann; und dass ein Kleinkind oder seine Eltern erst esoterisch hinzuzulernen haben, ehe seiner Neurodermitis beizukommen ist. Erfahrungsgemäß finden manche Klienten verblüffend rasch Hilfe bei Heilern, obwohl sie hinterher so gedankenlos weiterleben wie vorher. Andere scheinen spirituell vorbildlich gereift und hochentwickelt - trotzdem leiden sie weiter.

Also klammern Sie die spirituelle Dimension einfach aus?
HW: Sie kommt indirekt ins Spiel: nämlich durch Empfehlungen von anderen IVH-Heilern, von Patienten, von Personen und Institutionen, die gegenüber der IVH als "Experten" fungieren. Ihre Wertschätzung für bestimmte Heiler gründen die meisten nicht bloß auf medizinisch dokumentierte Behandlungsverläufe und Testergebnisse, sondern auf einen Gesamteindruck, der miteinschließt, wie spirituell ein Heiler denkt, lebt und praktiziert.

Keines der neun Kriterien, die Sie an Heiler anlegen, wirkt für sich allein überzeugend. Kommt es, beispielsweise, wirklich auf Berufserfahrung an? Warum soll ein Heiler, der erst vor kurzem entdeckt hat, was in ihm steckt, nicht fähiger sein können als einer, der schon seit zehn Jahren praktiziert?
HW: Das kommt vor, erfahrungsgemäß aber eher selten. Wer in puncto heilerische Begabung höchstens Mittelmaß erreicht, dessen Praxis hält sich selten lange. Aber natürlich könnten Sie weitere Punkte bemängeln: Wer eher zurückgezogen arbeitet, hat von vornherein geringere Chancen, die Wertschätzung von Kollegen und Experten zu gewinnen, die ihn der IVH empfehlen könnten. Heilern in großstädtischen Ballungsräumen bieten sich von vornherein mehr Möglichkeiten, in Arztpraxen und anderen medizini-schen Einrichtungen mitzuarbeiten, als Heilern in entlegenen ländlichen Gegenden. Manche Heiler wurden zwar noch nie wissenschaftlich getestet, würden sich aber gerne in Studien einbeziehen lassen - doch fehlen ihnen die nötigen Kontakte. Eine ärztliche Ausbildung wird im IVH-Ranking verhältnismäßig stark gewichtet; doch verbürgt eine Approbation natürlich noch keine überdurchschnittlichen Heilfähigkeiten. Heilern, die bereits mit Ärzten kooperieren - oder gar deren Lebensgefährten sind -, fällt es selbstverständlich leichter als anderen, medizinische Dokumentationen von Behandlungserfolgen vorzulegen. Entscheidend ist aber das Kriterienbündel als ganzes: Wer in einer Hinsicht schlecht abschneidet, ragt in einer anderen heraus, und die hebt seinen IVH-Score an. Im Score verdichtet sich ein Gesamtbild aus zahlreichen Elementen.


“Blaue Wunder” ersparen

Der Ehrenkodex der IVH verbietet es Heilern, mit "irreführenden Titeln" zu werben. Nun werden inzwischen ja immer mehr Heiler von Schulen und Verbänden legitimiert, Bezeichnungen wie "geprüft", "anerkannt", "zertifiziert", "Meister", "Diplom-Heiler" und dergleichen zu führen. Zielt Ihr Kodex auch darauf?
HW: In der Tat - jedenfalls, sobald mit solchen Titeln öffentlich Kundenfang betrieben wird. Denn sie gaukeln eine Qualitätssicherung vor, die keine ist. Über die Testprozeduren, die solchem Etikettenschwindel vorausgehen, können wissenschaftlich halbwegs Vorgebildete nur fassungslos den Kopf schütteln; sie strotzen vor Anmaßung, Willkür und Selbstherrlichkeit - und überhöhen den "gesunden Menschenverstand", das Sammeln "guter" und "schlechter" Eindrücke, die vermeintlich außersinnliche Gespürigkeit von Freizeitfunktionären und Sensitiven von eigenen Gnaden zur entscheidenden Instanz.

Wenn Hilfesuchende bei der IVH anfragen - werden ihnen dann einfach ein paar Heiler empfohlen?
HW: Nein. Zunächst berät sie das “Expertenteam”, mit dem Ziel, ihnen die ganze Bandbreite von Behandlungsoptionen aufzuzeigen - über Geistiges Heilen hinaus. Im zweiten Schritt werden dann, auf das jeweilige Gesundheitsproblem zugeschnitten, Therapievorschläge gemacht, die Geistiges Heilen einschließen können, aber keineswegs müssen.

Dass all Ihre Experten mit einer Zunge sprechen, dürfte unwahrscheinlich sein. Könnte es nicht sein, dass ein Hilfesuchender bei drei Telefonberatungen mindestens drei verschiedene Therapieempfehlungen hört - und hinterher ratloser dasteht als zuvor?
HW: Diese Gefahr besteht durchaus. Ein Arzt mit einem homöopathischen Praxisschwerpunkt wird eher in Hochpotenzen einen Ausweg sehen, ein Facharzt für Akupunktur eher im Nadeln, ein dritter vielleicht in Bioresonanztherapie. Unsere Mediziner beraten aber nicht beziehungslos nebeneinander her. Wenn sich ein Hilfesuchender von mehreren, anscheinend widersprüchlichen Ratschlägen verwirrt und überfordert fühlt, werden sich die Experten miteinander sowie einem “Koordinator” kurzschließen - und gemeinsam einen individuellen Therapieplan erarbeiten, der in seinem speziellen Fall Erfolg verspricht.

Seit 1992 führen Sie bereits eine "Heiler-Datenbank" mit mehreren hundert Adressen. Wozu da noch Ihr neues Vermittlungsprojekt?
HW: Es geht in mehreren Hinsichten darüber hinaus.
Die Datenbank - in Buchform "Auswege" - beschränkt sich auf Heiler in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Die IVH hingegen will Hilfesuchende zu Heilern in ganz Europa und darüber hinaus führen. Die Datenbank ist jedem Heiler zugänglich, der bereit ist, mit offenen Karten zu spielen - und mir einen umfangreichen Fragenkatalog zu seinem Werdegang, seiner Ausbildung, seiner Praxis zu beantworten. Ein Qualitätsurteil ist damit noch nicht getroffen; dies bleibt dem Patienten überlassen, der sich aufgrund der vielfältigen Vorinformationen einen guten ersten Eindruck verschaffen kann, wer ihn erwartet - und diesen Eindruck dann im persönlichen Kontakt überprüfen. Von der IVH empfohlen zu werden, stellt dagegen ein Gütesiegel dar.

Sogar Heiler aus Bulgarien und Russland sind im IVH-Pool. Glauben Sie im Ernst, dass ein Patient aus Berlin, Bern, Wien bis ans Schwarze Meer oder nach St. Petersburg pilgern mag, um dort Hilfe zu finden? Macht das Sinn, bei über zehntausend Heilern im deutschsprachigen Raum? "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ..."
HW: ... Wie nah liegt es wirklich? Wenn irgendwo in Osteuropa, von Massenmedien noch unentdeckt, ein begnadeter Heiler lebt, von dessen Potential 99 Prozent seiner Kollegen hierzulande nur träumen können - warum nicht zu ihm? Im übrigen reist sicher kaum ein Patient bloß dorthin, um sich behandeln zu lassen. Er wird dies mit einem Urlaub verbinden, was ohnehin ratsam ist, weil es selten mit bloß einer Sitzung getan ist. Im übrigen sind viele Heiler aus dem ferneren Ausland durchaus bereit, den Patienten zuhause aufzusuchen, falls ihnen Reisekosten, Unterkunft und Zeitaufwand vergütet werden. Ohnehin halten sich manche ab und zu hierzulande auf, weil sie an Veranstaltungen teilnehmen - zum Beispiel Heiler aus den USA, Neuseeland, den Philippinen oder der Mongolei, die ebenfalls auf der Empfehlungsliste der IVH stehen.
Davon abgesehen kennt Geistiges Heilen keine räumlichen Grenzen. Fernbehandeln lassen könnte sich eine Tumorpatientin aus Wanne-Eickel, dank der IVH, durchaus auch von einer buddhistischen Nonne aus Ulan Bator.

Jedes Heilmittel gleich recht

Was hat das Geistige Heilen von Ihrer Einrichtung?
HW: Eine Menge, hoffe ich.
Erstens: Heiler in der IVH haben Vorbildfunktion. Sie führen der Esoterikszene vor Augen, was fähige, empfehlenswerte Heiler ausmacht. Je bekannter und anerkannter die IVH wird, desto mehr Beachtung werden die Maßstäbe finden, die sie an Heiler anlegt. Der Kriterienkatalog, der dem IVH-Ranking zugrundeliegt, wird Heiler auch außerhalb der IVH dazu anregen, auf Dokumentation, Kooperation und Forschung Wert zu legen.
Zweitens: Die IVH fördert die Zusammenarbeit von Heilern mit Ärzten und anderen anerkannten Heilberufen.
Drittens: Die IVH bemüht sich, Skeptikern zu denken zu geben - durch sorgfältige medizinische Dokumentation von Behandlungserfolgen in Heilerpraxen.
Viertens: Zu den Anliegen der IVH zählt, dem Geistigen Heilen mündigere, besser vorinformierte Patienten zuzuführen: Patienten, denen klar ist, dass Geistiges Heilen lediglich eine neben vielen anderen komplementären Therapieformen darstellt, die Patienten Auswege eröffnen können, nachdem die konventionelle Medizin an Grenzen gestoßen ist.
Und fünftens: Mit Hilfe der IVH sollen bei Veranstaltungen sowie in Massenmedien verstärkt Heiler berücksichtigt werden, die es aufgrund ihrer therapeutischen Befähigung und Persönlichkeit verdient haben, öffentliche Aufmerksamkeit zu finden.

Letztlich sind IVH und die Stiftung AUSWEGE aber nicht dazu da, dem Geistigen Heilen zu nutzen - Geistiges Heilen ist dazu da, Kranken und Leidenden zu nutzen, und mich interessiert es nur in dem Maße, in dem ihm das gelingt. In der Rolle eines Vorkämpfers für irgendeine unkonventionelle Therapieform, eines Fürsprechers für deren Anwender fühle ich mich unwohl. Ich will nichts weiter als helfen. Auch und besonders Kindern, für die Schulmediziner zuwenig bis gar nichts mehr tun können. Dazu ist mir jedes Heilmittel gleich recht.

 

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